E5 Oberstdorf-Meran Etappe 2 vom Lechtal nach Zams

Dienstag, 06. August 2019

Heute führt unser Weg über eine alternative Route. Es geht über die Anhalter Hütte und das Steinjöchl zum Hahntennjoch.

Startpunkt:   Bschlabs 
Etappenziel:  Zams
Gehzeit:      5 Stunden
Höhenmeter:   1050 hm630 hm
Einkehr:      Anhalter Hütte 
              (bis 2021 geschlossen)

Im Anschluss an unsere gestrige Etappe nach Holzgau bringt uns der Bus in das beschauliche Örtchen Blschabs im Lechtal. Hier kehren wir im Gasthof Zur Gemütlichkeit ein. Der Name ist Programm! Nach einem mega freundlichem Empfang geht es umgehend in unserer Zimmer für diese Nacht und schnell unter die Dusche! Zum Abendessen gibt es ein drei Gänge Menü plus Salatbuffet. Sehr lecker und mehr als ausreichend. Wenn das so weiter geht, passt mir trotz täglichem Fußmarsch meine Hose in Meran nicht mehr.

In der Nacht zieht ein Gewitter auf und es schüttet wie aus Kübeln. Hoffentlich beruhigt sich das Wetter bis morgen früh wieder.

Gasthof zur Gemütlichkeit

Um 8 Uhr trifft sich die Gruppe vor dem Gasthof. Die ersten zwei, drei Kilometer verläuft der Weg direkt an der Hauptstrasse entlang – nicht schön. Wir haben das Glück, dass uns ein Kleinbus bis zu unserem Startpunkt bringt.

Unsere heutige Route ist eine Alterantive zum orginalen E5, welcher eigentlich hinauf auf die Memminger Hütte und dann über die Seescharte 2050 m !! bergab nach Zams führt. Die Route ist bestimmt toll, aber ich bin froh heute keine 2050 Höhenmeter bergab laufen zu müssen.

Wir sind noch nicht ausgestiegen, da beginnt es wieder zu regnen. Die Wetter APP versetzt uns in den Glauben, es höre in ein paar Minuten wieder auf, so dass ich mich nur für die Regenjacke entscheide. Fataler Fehler, wie sich noch herausstellen wird!

Der erste Anstieg hat es direkt in sich. Über den vom Regen aufgeweichten Waldboden geht es stetig bergan. Der Wald und die tiefen Wolken versperren die Sicht ins Tal. Und so hält sich auch die Laune noch in Grenzen…Regenhose anziehen oder doch noch warten? Irgendwann ist der Zeitpunkt verpasst und meine eigentlich wasserabweisende Hose ist nass. Ab jetzt ist alles egal. Was soll’s…Sonne kann jeder!

Nach ca. einer Stunde erreichen wir eine Almwiese. Es folgt ein kurzes, flacheres Stück.

Eigentlich war hier eine Pause geplant. Der Regen sorgt allerdings dafür, das jeder nur kurz einen Schluck Wasser nimmt und wir unmittelbar weiterlaufen. In Serpentienen geht es nun bergauf und die Anhalter Hütte (2042 m) zeigt sich wirklich erst kurz vor der Ankunft.

Im Eingangsbereich der Hütte ist ein kleiner Überstand, der ein wenig Schutz vor dem Regen bietet. Meine Hose tropft…alles andere auch.

Ich krame meine Regenhose aus dem Rucksack, wringe meine Hose aus und verstaue sie in einem Beutel. Der Inhalt meines Rucksackes ist mittlerweile auch schon feucht – trotz Regenhülle! Das hätte ich nicht gedacht! Aber anscheinend gibt auch irgendwann das beste Material nach, wenn es über Stunden wie aus Kübeln regnet.

Ich habe für mich heute etwas gelernt: Bei schlechtem Wetter alles zusätzlich in Zipperbeuteln verstauen.

Die Stimmung hier oben auf der Oberen Plötzigalm bei der geschlossenen Anhalter Hütte ist schon ein wenig mystisch. Ich habe bereits in mehreren Fernsehsendungen den Trubel, der auf der Hütte normalerweise herrscht, gesehen. Die Hütte ist nicht nur ein beliebtes Tagesziel, sondern liegt auch auf dem bekannten Adlerweg.

Heute ist sie geschlossen, es ist still und bis hierher haben wir keine Menschenseele getroffen.

Nach einer Stärkung – wir haben uns heute früh belegte Semmel für 2 Euro das Stück im Gasthof mitnehmen dürfen – folgt der letzte Anstieg auf das Steinjöchl. Eine knappe halbe Stunde benötigen wir für den Weg bis zum Gipfelkreuz.

Eine kurze Wolkenpause gibt uns die Chance auf ein Foto, dann zieht es komplett zu und wir laufen ohne Sicht hinunter zum Hahntennjoch.

Das Hahntennjoch auf 1894 m ist ein Gebirgspass in Österreich, der das Inntal mit dem Lechtal verbindet. Bei schönem Wetter ist dies eine beliebte Motorradstrecke. Heute ist ausser uns keiner unterwegs.

Hier endet unsere Tagesetappe und der Bus bringt uns nach Zams, wo es morgen auf der originalen E5 Route weiter geht.

Trotz Regen und der wenigen Sicht ist das eine wunderschöne Etappe. Wir hatten einen tollen Tag mit vielen Eindrücken im Gepäck! Und die knapp 50 Alpensalamander hätten wir bei schönem Wetter sicherlich nicht gesehen.

Irgendwann laufe ich diesen Weg nocheinmal. Bei Sonne und geöffneter Hütte.

Weitere Infos zur Route, Anforderung und Ausrüstung findest du hier: http://www.reiseziege.de/2019/08/19/e5-oberstdorf-meran/

Hast du Fragen zur Tour? Schreib mir gerne über das Kontaktformular oder kommentiere diesen Beitrag.

Unbezahlte und unbeauftragte Werbung. Alle hier genannten Hütten, Hotels etc. sind von mir Privat besucht worden!

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