Alpenüberquerung mit Hund

Tipps für Zwei- und Vierbeiner

Jeden Tag an einem anderen Ort…und der Vierbeiner ist immer dabei. Das stellt den Hundebesitzer vor gewisse Herausforderungen.

Auf zwei Alpenüberquerungen durfte ich bereits unterwegs sein, wenn auch ohne Hund. Schon kurz nach den ersten Blogbeiträgen zur Alpenüberquerung vom Tegernsee nach Sterzing erreichten mich Nachrichten und Anfragen von Lesern, die auch gerne mal eine Alpenüberquerung machen wollten. Die sich aber bisher nicht so wirklich an das Thema heran getraut haben, da sie ihren Vierbeiner nicht allein zu Hause lassen wollten. Wie genau das mit Hund machbar ist, war dann die Frage.

Absolut verständlich! Hätte ich einen Hund, würde ich auch nicht ohne ihn gehen. Es ist schließlich ein Familienmitglied!

Was also antworten? Eigentlich bin ich ja gar nicht der richtige Ansprechpartner? Und doch habe ich immer versucht, meiner Sicht der Dinge zu beschreiben. Ob die Tipps wirklich hilfreich waren?? Ich bin mir nicht sicher.

Umso dankbarer bin ich, dass mir jetzt zwei erfahrene Hundebesitzerinnen und Alpenüberquerer Rede und Antwort gestanden haben!

Die Wanderer auf zwei Beinen und vier Pfoten

CATI UND BARI: Sie wandern seit Jahren durch Europa und betreiben aktiv Dogtrekking. Mit ihrem lauffreudigen Hund hat sie die Alpenüberquerung ohne Probleme und vor allem mit einer Menge Spaß gerockt!

ANNE UND BELLINI:  Sie sind ebenfalls viel unterwegs und lieben die Berge! Die Alpenüberquerung ist die erste Mehrtagestour zusammen, aber sicherlich nicht die Letzte!

Die Idee für diesen Weg hatte ich auf einer Messe. Ein Prospekt war in meinem Rucksack gelandet und ab da war klar, dass ich das im nächsten Sommer mache! So ähnlich war es auch bei Anne und Cati.

Cati:  Ich hatte einen Bericht gesehen wo Leute mit Pferd die Alpenüberquerung gemacht haben und das hat sich eingebrannt. 

Auch Anne ist ja viel mit ihrem Hund Bellini unterwegs Wir sind gerne mit unserem Hund in den Bergen unterwegs und da kam uns die Idee von einer Mehrtageswanderung/Alpenüberquerung. Haben davon im Internet gelesen und waren gleich begeistert!

Vorbereitung

Musst du deinen Hund eigentlich auf die Tour vorbereiten und falls ja, wie setzt du das am Besten um? Wir Wanderer gehen in der Regel ja auch nicht einfach drauf los, sondern tasten uns langsam heran. Ausdauer wird trainiert, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind ebenfalls wichtig. Wie ist das beim Hund?

Anne sagt dazu: Unser Hund ist recht sportlich und fit, somit war die Vorbereitung mehr für uns als, für unseren Vierbeiner. Wir haben vorher einige längere Spaziergänge/Tagestouren gemacht.

Auch Cati ist viel mit ihrem Hund unterwegs: Bari und ich gehen ja eh wandern. Generell würde ich sagen: natürlich muss ein Hund vorbereitet werden, denn es geht doch übers Gassi gehen hinaus. Der Hund muss in der Lage sein auch mal 25km am Stück zu laufen, 7 Etappen.  Genau wie bei uns Menschen ohne Muskeln und Ausdauer blöd.

Pauschal oder Individuell

Manche Veranstalter bieten dem Wanderer ein Komplettpaket mit Hund an. Dann hat man das Rundum-Sorglos-Paket. Anne hat es genau so gemacht und hatte in Hinblick auf die Unterkünfte keinen großen Aufwand mehr:

Unser Hund wurde bei allen Hotels und Transfers vom Veranstalter angemeldet, die Gebühr für den Hund wurde in den Hotels vor Ort selbst bezahlt. Alle Hotels waren sehr hundefreundlich, wir durften unseren Vierbeiner auch mit zum Essen nehmen. Transfers haben auch mit Hund super geklappt!

Cati hingegen hat alles in Eigenregie gebucht. Das spart sicherlich ein paar Euros, nimmt aber mehr Zeit in Anspruch. Einen tollen Tipp hat sie natürlich: Pensionen und Hotels anschreiben ist zeitaufwendig. Auch ist man manchmal nicht gerne gesehen, da ja nur eine Nacht benötigt wird. Ich habe einfach über Booking und Trivago gebucht. Filter setzen mit Hund, Frühstück und alles geht Ruckzuck.

Übernachtung mit Hund

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Bei der originalen Route übernachtet man ja im Tal. Hier schläft man dann bequem im Gasthof oder Hotel. In den meisten davon ist die Übernachtung mit Hund gar kein Problem. Eine kurze Anfrage bei der Buchung reicht da schon aus. Anders auf den Berghütten.

Solltest du die Tour mit Übernachtungen auf Hütten planen, stehst du vor einer größeren Herausforderung. Hier sind die Vierbeiner leider nicht immer gern gesehen. Anne und Cati haben den originalen Weg gewählt und hatten so keine Probleme bei der Hotelwahl.

Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten entlang der originalen Route (leider nur ohne Hund)

  • Blaubergalm (Etappe 2)
  • Rastkogelhütte (Etappe 5)
  • Dominikushütte und Pfitscherjochhaus (Etappe 6)

Futter

Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob du individuell oder pauschal gebucht hast. Bei der pauschalen Variante ist das Thema relativ einfach so Anne: Futter, Hundedecke und Näpfe waren im Koffer. Somit hatten wir tagsüber nur Wasser+Napf und ein paar Leckerchen im Rucksack

Cati musste da schon weitaus mehr planen. In manchen Orten kann man sicherlich noch Futter nachkaufen, allerdings darf der Hund dann nicht wählerisch sein. Als Ernährungsberaterin für Hunde ist sie in diesem Thema sowieso mehr als fit und hatte eine gute Lösung: Wir haben gefriergetrocknetes Fleisch mit Dinkelflocken, gefriergetrocknetes Gemüse und Banane + Ölkapseln genommen. Hier wiegt das Futter bei einem 25 kg schweren Hund für die Woche 680 Gramm.  Ausserdem kann man für ein paar Euro’s Proviant für Frauchen und Herrchen in den Gasthöfen bekommen, und mein Hund mochte auch gerne ein Leberwurstbrot 🙂   

Futterration für Bari – das Futter wird 10 Minuten in Wasser eingeweicht und das Fleisch bekommt wieder die richtige Fülle.

Wasser

Grundsätzlich gibt es immer wieder kleine Seen und Bäche entlang des Weges aus denen dein Hund trinken kann. Auch an dem ein oder anderen Kuhbrunnen kann Herrchen / Frauchen ein wenig Wasser abfüllen (achte hier bitte darauf, dass dein Hung angeleint ist).

Ebenso in den Hütten und Almen, bei denen man ja meist zum Mittag Rast macht.

Am Achensee gibt es direkte Zugänge zum See. Auf der Etappe von Mayrhofen nach Pfitsch läuft man bis zum Pfitscherjoch komplett an einem Bach entlang.

Trotzdem rate ich dazu, immer eine Reserve dabei zu haben. Nicht nur für deinen Hund, sondern auch für dich! Und je nach Witterung und Jahreszeit können auch die kleinen Bäche mal mehr und mal weniger Wasser führen.

Maulkorb in Bahnen und Bussen  

Ein Maulkorb ist in den Bahnen & Bussen Pflicht, daher musst du diesen immer im Rucksack dabei haben. Mitwanderer hatten beim Achensee keinen dabei und wurden nicht mitgenommen, so Cati.

Bellini kennt den Maulkorb, somit ist das kein Problem für ihn – sagt Anne.  Das Maulkorb tragen sollte auf jeden Fall geübt werden! Da sind sich Cati und Anne einig!

Kühe

„Hunde und Kühe“ ist ein großes Thema – leider nicht immer ein Schönes! Viele Fragen haben mich zu diesem Thema erreicht. Auf den Almen sind die Kühe nun mal zu Hause. Und wenn man deren „Wohnzimmer“ betritt, sollte man dies mit Respekt machen. Manchmal scheinen die Kühe ganz entspannt, dann , so Cati: Hund kurz halten und einfach im großen Bogen vorbei. Auf Almen war Bari immer angeleint . Eine nicht so entspannte Situation gab bei Cati und Bari leider auch. Da sind wir durch den Stromzaun und Außen vorbei. Generell gilt es den gesunden Menschenverstand zu benutzen.

Auch Anne und Bellini trafen auf eine sehr neugierige junge Kuh: die Kuh fokussierte uns und kam näher, aber nette Mit-Wanderer haben die Kuh von uns fernhalten können.

Die Kuh versperrt den Durchgang – natürlich eine extrem unangenehme Situation

Diese Regeln solltest du bei der Begegnung mit Weidetieren beachten:

  • Hunde an der Leine führen um zu verhindern, dass der Hund der Kuh zu Nahe kommt. Gerade Mutterkühe verteidigen ihre Kälber und sehen Hunde als potentielle Gefahr
  • Bei Gefahr: Hund ableinen oder die Leine los lassen. So bringst du dich und den Hund schnell aus der Gefahrenzone
  • Kühe aufmerksam beobachten, jedoch keinen Blickkontakt halten. Ist eine Kuh auf Angriff, hat sie einen gesenkten Kopf, schnauft und scharrt mit den Vorderbeinen
  • Kühe nicht füttern oder streicheln – vor allem bei Kälbern sollte man doppelt vorsichtig sein
  • Wanderwege nicht verlassen! Bleibt auf den Wegen und lauft nicht über die Wiesen und Almen. Du magst ja bestimmt auch keine fremden Menschen in deinem Garten 😉

Die Ruderfähre am Tegernsee

Wenn du dich schon mit der Alpenüberquerung beschäftigt hast, wirst du bemerkt haben, dass es hier unterschiedliche Aussagen gibt.

Auf der ersten Etappe nutzt man die Ruderfähre, um auf die andere Seite des Tegernsee zu gelangen. Anne und Cati konnten die Fähre mit Hund nutzen!

Leine

Wichtig für Hund und Mensch ist ein gut sitzendes Geschirr. Hier empfiehlt Cati ein Zuggeschirr inkl. Zugleine mit Gürtel für den Menschen. Man hat die Hände frei. Beim Canicrossgürtel kann man jederzeit den Hund ausklicken und im Notfall aus der Gefahrenzone bringen.

Hundekot – Gassisack

Ausreichend Beutel sollten in deinem Rucksack oder Koffer verstaut sein. In Österreich gibt es aber auch immer wieder Gassisack-Spender.

Müll wird grundsätzlich ins Tal getragen und dort entsprechend entsorgt – egal ob vom Hund oder Mensch!!

So sieht es auch Cati: Hundekot einfach einsammeln. Mit einen extra Jutebeutel am Rucksack super gelöst.

Rückreise

Der Rücktransfer ist bei einer Pauschalen Reise fix gebucht. Bei der individuellen Abreise empfiehlt sich die Bahn. Im Flixbus werden leider keine Hunde mitgenommen. Diese Erfahrung kann auch Cati bestätigen.

Fazit aus Sicht von Frauchen

Anne: Es war eine super tolle Tour und wir sind noch immer begeistert. Wir hatten eine schöne Woche, es hat alles super geklappt und auch Bellini hatte seinen Spaß beim wandern!

Cati: Mit einen lauffreudigen Hund ohne Probleme mit einer Menge Spaß möglich. Ich habe jeden Moment genossen!

Ich hoffe, Anne, Cati und ich konnten dir bei deiner Planung zur Alpenüberquerung mit Hund ein wenig hilfreich zur Seite stehen. Mit ausreichend Planung und Vorbereitung steht deinem „Weg“ nun hoffentlich nichts mehr im Wege.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Anne und Cati bedanken! Ihr habt keine Sekunde gezögert und euch als Interview-Partnerinnen zur Verfügung gestellt. Das ist nicht selbstverständlich! DANKE EUCH!!!!!!!!

Weitere Infos zu dieser Tour und den Etappen findest du übrigens hier               

Wenn dir mein Beitrag gefällt, freue ich mich natürlich über ein Like und/oder einen Kommentar. Noch mehr aktuelles von der Reiseziege findest du auch auf Facebook!

Bei diesem Blogbeitrag handelt es sich um eine unbezahlte und unbeauftragte Empfehlungen!

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6 Kommentare

  1. Super, sehr informativ! Herzlichen Dank an Dich und Anne und Cati! Da ist alles angesprochen worden und die Tipps helfen weiter. Ich persönlich hätte noch einen Hinweis zur Wasserversorgung unterwegs für den Hund hilfreich gefunden. Es gibt übrigends in Bayern tatsächlich Hundeschulen die einen Kurs bezgl. Viehbegegnung anbieten :-). VG, Claudi

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