Storchenroute und Bislicher Insel

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Storchenroute und Bislicher Insel

„So weit, so gut“, lautet der Slogan der Niederrheintouristik. Und weit kann man hier wirklich schauen. Einzig der Deich versperrt den Blick auf den Rhein und die offene Wiesenlandschaft. Kein Wunder, dass sich hier seit einigen Jahren die Störche und sogar der Seeadler wieder heimisch fühlen.

Man könnte diese Tour auch „niederrheinische Hof, Land- und Tiertour“ nennen, denn ein großer Teil des Weges verläuft durch typisch niederrheinische Landschaft. Typisch sind die seit Jahren bewirtschafteten Höfe auf denen Schafe, Kühe, oder Hühner gehalten werden. Weite Felder mit Getreide, Spargel oder anderem regionalen Gemüse. Schnuckelig dekorierte Vorgärten mit meist großzügigen Grundstücken in den kleinen Ortsteilen der Stadt Wesel. Und nicht zu vergessen: der Rhein mit seinen offenen Wiesenflächen.

Dem Storch begegnet man natürlich auch. Elf Storchennester sind hier aufgestellt und viele von ihnen sind auch bewohnt. Im Frühjahr sind Herr und Frau Adebar mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt und mit ein wenig Glück kann man einen Blick auf die noch jungen, flauschigen Störche erhaschen. Natürlich mit entsprechendem Abstand, um die Tiere nicht zu stören.

TOURDATEN
Rundwanderung
Start: Parkplatz/Bushaltestelle Ortsmitte
Heinrichstr. 1, 46487 Wesel-Bislich
Markierung: fliegender Storch „Storchenrunde“
Wegstrecke: 14 Kilometer
Dauer: ca. 3 Stunden
Höhenmeter bergauf: 60 hm
leichte Wandertour
Einkehrmöglichkeiten:
Fährhaus, Cafe in Bislich
BESTE JAHRESZEIT FÜR DIESE WANDERUNG
FRÜHLING SOMMER HERBST WINTER

Die Tour beginnt in Wesel-Bislich und birgt keine großen Schwierigkeiten. Einzig für die Länge von 14 Kilometern ist ein wenig Wanderkondition erforderlich. Der Parkplatz in der Ortsmitte ist kostenlos – wo gibt es das noch innerorts?

Bislich ist übrigens ein Ortsteil von Wesel und liegt mit seinen Naturschutzgebieten direkt am Rhein. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Stadt Xanten, in deren Stadtkern sich vor etwa 2000 Jahren ein römisches Legionslager befand. Im Archäologischen Park kann man sich die Rekonstruktionen der antiken Bauwerke anschauen.

Vom Dorfplatz erreiche ich nach ca. 100 Metern die kath. Kirche St. Johannes. Gleich daneben steht das erste Storchennest der Tour an der Kirchenwoy. Hinter der Kirche warten Sitzbänke, von denen man das Nest beobachten kann. Wer ein wenig näher heran kommen möchte, der kann über die Webcam direkt ins Nest schauen.

Über den Deich geht es vorbei am Fährhaus und dem Fähranleger Keer Tröch II. Von hier könnte man sich bequem auf die andere Rheinseite bringen lassen und noch einen Abstecher auf die Bislicher Insel oder in die Römerstadt Xanten machen. Für die Storchenrunde bleibt man allerdings auf dieser Rheinseite.

Der Wegweiser auf der Storchenroute
Das Fährhaus lädt zur Einkehr ein

Das zweite Nest lässt nicht lange auf sich warten. Ein Storch fliegt über meinen Kopf hinweg und landet auf seinem Horst links des Weges. Er hat anscheinend etwas Fressbares dabei, denn kaum gelandet, streckt ein junger Storch den Kopf in die Luft. Eigentlich könnte ich jetzt hier stehen bleiben und das Treiben beobachten, aber es gibt ja noch mehr zu entdecken auf dieser Tour.

Vorbei an Weiden mit Schafen und Ziegen gelange ich auf die Trasse der alten Straßenbahnlinie Wesel-Rees, der ich ca. 2 Kilometer folge bevor ich den Ellerdonksee erreiche. Hier gibt es ein paar Bänke, die zu einer Pause mit Blick auf den See einladen.

Der nächste Abschnitt des Weges ist, abgesehen von den zahlreichen Storchennestern, der schönste. Zumindest für mich. Nachdem man eine Strasse überquert hat, biegt man links in die Obstplantagen der Familie Clostermann ab. Der Weg ist gesäumt von Apfel- und anderen Obstbäumen, alte Baumstämme dienen als Sitzgelegenheiten. Zwischen den Obstbäumen zwitschert es, Meisen fliegen umher und verschwinden dann in den aufgestellten Nistkästen. Es hat fast etwas von einem verwunschenen Garten…auch, wenn das hier aufgestellte Storchennest leer ist.

Einen Hofladen gibt es übrigens auch. Hier warten zahlreiche Bio-Produkte auf den hungrigen Wanderer.

Und wieder geht es vorbei an Wiesen und Feldern bis ich den Deich erreiche, auf dem es – immer mit Blick auf den Rhein und auf die vorbei fahrenden Schiffe – bis zur Kirche in Bislich zurück geht.

Mein Fazit: Die Storchenrunde ist keine anstrengende Wanderung und verläuft leider größtenteils über asphaltierte Wege, bietet aber trotzdem ein großes Naturerlebnis. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Störche! Die Beschilderung habe ich teilweise als nicht ausreichend empfunden, aber mit der Navigation über Komoot solltet ihr den Weg finden.


Die Bislicher Insel

Wie bereits erwähnt liegt auf der gegenüberliegenden Seite von Wesel-Bislich die sogenannte BISLICHER INSEL in Xanten. Streng genommen ist sie zwar keine Insel, aber sie liegt inmitten einer Auenlandschaft, in einer der größten naturnahen übrigens. Die Insel ist ein Vogelschutzgebiet und bietet Lebensraum für viele und teils auch seltene Vogelarten. Seit einigen Jahren lebt der Seeadler hier und brütet sogar! Storchennester gibt es hier ebenfalls.

TOURDATEN
Hin- und Rückweg auf selber Route
Start: Parkplatz Natur Forum
Bislicher Insel 11, 46509 Xanten
Markierung: keine
Wegstrecke: 4,5 Kilometer
Dauer: ca. 1 Stunden
Höhenmeter bergauf: 40 hm
leichte Wandertour
Einkehrmöglichkeiten:
AuenCafe Bislicher Insel
BESTE JAHRESZEIT FÜR DIESE WANDERUNG
FRÜHLING SOMMER HERBST WINTER

Ab Oktober wird es laut, denn dann kommen die Wildgänse! Bis zu 25.000 beziehen hier am Niederrhein ihr Winterquartier und schnat­tern den Winter über um die Wette. Ein Besuch lohnt sich also nicht nur zur „Storchenzeit“!

Man kann mit der Fähre vom Fähranleger Keer Tröch II übersetzen oder direkt zum Natur Forum Bislicher Insel fahren.

Vom Fähranleger in Xanten geht es auf knapp 2 Kilometern entlang des Deiches bis zum Natur Forum Bislicher Insel. Hier startet dann die kleine Exkursion in das Naturschutzgebiet. Drei Aussichtsplattformen bieten Raum zur Vogelbeobachtung. Von dort hat man auch einen guten Blick auf’s Wasser. Die kleine Wanderung auf breiten Schotterwegen verläuft hin und zurück auf der selben Route und ist eigentlich nicht zu verfehlen. Ich habe die Tour für Euch trotzdem mal mit Komoot aufgezeichnet.

Ich wünsche Euch eine tolle Tour und drücke die Daumen, dass ihr die Störche und Seeadler zu Gesicht bekommt!

HINWEIS! DIE WEGE DÜRFEN IM NATURSCHUTZGEBIET KEINESFALLS VERLASSEN WERDEN! HUNDE BITTE AN DER LEINE FÜHREN! Es gibt ausreichend Möglichkeiten, die Tierwelt zu beobachten! Nehmt Euch doch ein Fernglas mit und plant eine Menge Zeit für die Beobachtungen ein.

Ein kleines Negativbeispiel: vor ein paar Jahren hat sich ein Pärchen dem Nest der Seeadler genähert und die Fluchtdistanz missachtet. Diese haben darauf ihre Brut aufgegeben.

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