Zecken – das solltest Du wissen

Wandern und Natur erleben

Zecken – das solltest Du wissen

Eine lauer Sommertag, eine Wanderung durch Wald und Wiesen, ein Picknick unter freiem Himmel. Wer in der Natur unterwegs ist, wird immer wieder mit dem Thema konfrontiert: Zecken! Wahrscheinlich hatte jeder von uns schonmal eine Begegnung mit den kleinen achtbeinigen Tierchen. Es ist immer wieder ein Schreckensmoment wenn ich etwas kleines schwarzes mein Hosenbein hinauf krabbeln sehe.

Wer eine unbeschwerte Zeit in der Natur genießen möchte, sollte unbedingt ein paar Dinge wissen und beachten.  

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung! Als geprüfte Pharmareferentin und reisemedizinische Assistentin habe ich jedoch medizinische Kenntnisse und möchte Euch einen ersten Überblick über dieses wichtige Thema geben.  

Umgangssprachlich liest man immer wieder von „Zeckenimpfung“. Leider kann man aber nicht so einfach gegen „Zecken“ impfen. Schließlich sind Zecken Tiere. Spinnentiere um es genau zu sagen.

Eine Impfung hilft also nicht gegen das Tier an sich, sondern „nur“ gegen eine der Erkrankungen, die durch die Zecke übertragen werden kann – die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)


Wo gibt es Zecken?

Viele Menschen glauben, dass Zecken von Bäumen fallen. Dies ist jedoch ein Irrglaube. Zecken bevorzugen Bodennähe und halten sich in Gräsern, Wiesen und flachen Büschen auf. Höher als 60 cm über dem Boden findet man so gut wie keine Zecken mehr. (vielleicht haben sie Höhenangst 😉)

Somit sind sie leider nicht nur in Wäldern und auf Wiesen zu finden, sondern auch in Parkanlage oder auf Grünflächen in der Stadt. Auch im Gebirge kann man auf Zecken treffen. Der bisherige Lebensraum erstreckte sich nicht höher als 600 – 700 Meter über dem Meeresspiegel. Mittlerweile werden jedoch immer häufiger auch in höheren Lagen Zecken nachgewiesen. Ein Phänomen der Klimaerwärmung!

Wer also eine Bergtour plant, muss sich zunehmend auch mit diesem Thema beschäftigen.


Welche Krankheiten können übertragen werden?

FSME

Zu den häufigsten übertragenden Krankheiten durch Zecken zählt die FSME und die Borreliose. Es gibt weitere Erreger, die übertragen werden können. Diese sind allerdings ziemlich selten und auf bestimmte Regionen wie zum Beispiel Australien oder Südafrika begrenzt.

Das FSME Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist in Europa am meisten verbreitet. Eine Infektion mit dem Virus kann zu Lähmungen führen.

Schweden, Schweiz, Österreich, Finnland, Kroatien gehören unter anderem zu den Risikoländern. Eine komplette Liste aller Risikoländer findest Du auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes RKI.

In Deutschland ist die FSME am häufigsten in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) zu finden.

Die gute Nachricht!

Es gibt eine Impfung gegen die FSME!

Man bekommt sie beim Hausarzt. Für einen Langzeitschutz ist eine sogenannte Grundimmunisierung notwendig. Diese beinhaltet insgesamt drei Impfungen. Die ersten beiden in einem Abstand von 1 bis 3 Monaten.  Die dritte Impfung nach 5 bzw. 9 bis 12 Monaten. Um den Schutz aufrecht zu erhalten, muss alle 3 bis 5 Jahre eine Auffrischimpfung erfolgen.

Mit der Impfung beginnt man am Besten im Herbst um in der kommenden Saison einen ausreichenden Schutz zu haben. Hast Du den Zeitpunkt verpasst, kannst Du natürlich auch zu jeder anderen Zeit beginnen. Die Kosten übernimmt in den meisten Fällen übrigens die Krankenkasse.

Euer Hausarzt berät euch hier!

Übersichtskarte der FSME Risikogebiete in Deutschland
© Robert Koch-Institut, 2021

Borreliose

Borrelien sind im Gegensatz zur FSME Bakterien. Auch diese Erkrankung kann durch einen Zeckenstich übertragen werden. Leider gibt es hier keinen Impfstoff und Du musst Dich durch entsprechende Schutzmaßnahmen vor einem Stich schützen.

Man erkennt die Borreliose-Erkrankung häufig an der typischen Wanderröte. An der Stichstelle kann es eine ringförmige Hautrötung geben. Bei diesem Symptom solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen.

Im Anfangsstadium kann man die Borreliose gut mit einem Antibiotikum behandeln und eventuelle Spätschäden wie Nerven- oder Hirnhautentzündung, Lähmungen oder Herzprobleme vermeiden.


Wie schütze ich mich gegen Zecken?

Möglichst nicht im hohen Gras aufhalten. Auch in Laubhaufen finden sich besonders häufig Zecken. Es macht zwar einen riesen Spaß das Laub während des Laufens mit den Füßen in die Luft zu katapultieren, die Zecken werden hierbei ihre Chance auf eurer Haut zu landen nutzen.

Nutze Deine Kleidung als Zeckenschutz! Eine lange Hose und geschlossene Kleidung schütz Dich vor Zecken. In hohem Gras kann man auch ruhig einmal die Socken über die Hose ziehen. So gelangen die Zecken nicht in das Hosenbein. Auf heller Kleidung erkennst Du die Zecken besser und kannst sie schnell und leicht entfernen.

Insektenabweisende Mittel gegen Zecken, sogenannte Repellentien*, können helfen. Ganz nebenbei schützen sie auch noch vor lästigen Stechmücken.  

Nach jeder Wanderung solltest Du Deinen Körper nach Zecken absuchen. Die winzig kleinen Tiere bevorzugen warme Hautstellen und stechen gerne im Bereich der Kniekehlen, aber auch am Bauch oder in der Leistengegend.


Und wenn dann doch eine Zecke gestochen hat?

Wer eine Zecke an seinem Körper entdeckt, sollte diese umgehend entfernen. Eine spezielle Zeckenzange oder Zeckenkarte* gibt es zum Beispiel in der Apotheke. Diese helfen bei der fachgerechten Entfernung und gehören in jeden Wanderrucksack. Ich persönlich desinfiziere die Stichstelle noch zusätzlich. Achte darauf, dass die Zecke komplett aus der Haut entfernt wird und beobachte die Stelle in den nächsten Tagen. Tritt eine Veränderung oder Rötung auf, suche bitte umgehend einen Arzt auf!


Ich plane eine Alpenüberquerung – benötige ich eine Impfung?

Wie bereits erwähnt ist das Risiko an einer FSME zu erkranken in einer Höhe bis 700 Meter über dem Meerespiegel besonders hoch. Im alpinen Gelände (~ 2000m) ist die Gefahr daher eher als gering zu betrachten. Allerdings können wir uns nicht auf diese Höhe beamen, sondern steigen vom Tal hinauf. Je nach Startpunkt und Region passiert man dabei Wald- und Wiesenwege in denen durchaus Zecken lauern können. Eine Infektion ist von daher möglich und den Zeckenschutz solltest Du bei Deiner Planung berücksichtigen. Schaue also genau in welcher Region Du Dich bewegst und ob es zu einer Risikoregion gehört, oder nicht.


Also…brauche ich jetzt eine Impfung oder nicht?

Du siehst…gar nicht so leicht zu beantworten. Das eine Impfung nicht gegen alle Erreger schützt, die eine Zecke übertragen kann, weißt Du nun.

An erster Stelle steht also der generelle Schutz vor einem Zeckenstich!

Wenn Du Dich häufig in einem FSME-Risikogebiet bewegst, bespreche das unbedingt mit Deinem Hausarzt und entscheidet zusammen, ob die Impfung für Dich notwendig ist.

Grundsätzlich ist es immer eine Abwägung zwischen Nutzen und Risiko.

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