Zu Gast im Wald

Wandern und Natur erleben

Zu Gast im Wald

Wir sind GAST im Wald.

Denn der Wald gehört immer irgendwem. Mal ist er in Privatbesitz, mal gehört er dem Land, dem Bund oder den Kommunen. Und doch dürfen wir ihn betreten – als Gast! Möglich macht das das Waldbetretungsrecht.

Als Gast im Wald haben wir einige Möglichkeiten. So dürfen wir zum Beispiel so viel Zeit in ihm verbringen wie wir möchten. Wir dürfen uns in ihm erholen, in ihm die Tierwelt beobachten oder ein Picknick genießen. Wir dürfen die gute Luft einatmen und unseren Stress im Wald lassen. Er bietet uns Ruhe, Entspannung und ein gutes Klima. Die Waldluft ist gesund, und wir können in ihm baden. Und auch für sportliche Aktivitäten bietet uns der Wald eine Menge Raum.

Und genau deshalb sollten wir uns auch wie ein Gast verhalten.

Manchmal hat man den Eindruck, dass sich nicht jeder so benimmt, wie man es von einem Gast erwartet. Manchmal wissen wir aber auch gar nicht, was wir dürfen oder eben was nicht. Es ist natürlich immer irgendwie doof zu lesen, was WIR alles NICHT dürfen.

Im Sinne des Naturschutzes sollten wir uns trotzdem einmal einen Moment Zeit nehmen und uns damit auseinandersetzen. Damit wir dem Wald auch Morgen noch einen unvergesslichen Besuch abstatten können.

Ein Überblick

Wir betreten den Wald auf eigene Gefahr! Es kann immer passieren, das Äste herunterfallen, umgestürzte Bäume auf dem Weg liegen oder Wurzeln das Gehen erschweren.

Wir halten uns an die Weggegebenheiten! Für wen die Wege gedacht sind, entnehmen wir speziellen Hinweisschilder. Bitte beachtet diese. Wo Fahrräder nicht erlaubt sind, fahren wir auch nicht! Es wird einen Grund haben, wieso das an dieser Stelle nicht erlaubt ist.

Wir rauchen nicht! Generell bin ich der Meinung, das im Wald nicht geraucht werden sollte. Streng verboten ist es immerhin vom 01. März bis 31. Oktober. Feuer machen ist ebenfalls untersagt. Zu hoch ist die Waldbrandgefahr. (ausgenommen sind extra ausgewiesene Feuerstellen)

Wir parken auf den ausgewiesenen Wanderparkplätzen! Überall sonst ist es untersagt. Parken auf Waldwegen oder am Waldrand ebenfalls. Ein Wanderer fährt den nächsten freien Parkplatz an, sollte der ursprünglich geplante Parkplatz belegt sein.

Wir nehmen unseren Müll wieder mit! Müll, den wir auf einer Wanderung verursacht haben, nehmen wir rückstandslos wieder mit und entsorgen ihn fachgerecht zu Hause (hierzu eignet sich eine kleine Tüte im Rucksack) oder Notfalls im nächsten öffentlichen Mülleimer. Beachte jedoch: In den öffentlichen Mülleimern wird kein Müll getrennt, es kommt alles zusammen in die Verbrennungsanalage. Noch besser ist es natürlich, erst gar keinen Müll zu verursachen. Dazu kannst Du Deine Brotzeit zum Beispiel in Tupperdosen oder anderen wieder verwendbaren Gefäßen transportieren.

Und wenn Dir liegen gelassener Müll von anderen Wanderern unterkommt?! Heb ihn doch einfach auf und entsorge ihn im nächsten Mülleimer. Das macht nicht nur einen sauberen Wald, sondern auch ein gutes Gefühl.

Campen ist leider nicht gestattet.

Wir leinen unsere Hunde an! Hunde sind vor allem in Naturschutzgebieten und Nationalparks immer an der Leine zu halten. Wo man sich gerade befindet, zeigen ebenfalls Hinweisschilder an. Ausserdem sollte man dies bei Planung der Wanderroute bereits beachten. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Euer Vierbeiner auch mal einfach los laufen will. Lasst ihn da rennen, wo es erlaubt ist.

Wir bleiben auf den Wegen! In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das ausnahmslos der Fall. Teils seltene Tierarten siedeln sich hier wieder an. Wildtiere reagieren besonders in der Brut- und Setzzeit sehr sensibel auf Störungen. Manche Arten sind sogar so sensibel, dass Sie Ihre Nester bei einer Störungen verlassen. Besonders im Frühjahr sollten wir noch Rücksichtsvoller sein, als wir das normalerweise auch schon sind.

Ausnahme:

In „normalen“ Wäldern, also wenn es sich weder um einen Nationalpark noch um ein Naturschutzgebiet handelt, dürfen wir auch abseits des Weges in den Wald eintauchen. Zum Waldbaden zum Beispiel.

Wir machen Platz! Gerade in den letzten Wochen ist mir das vermehrt aufgefallen. Abstand halten ist auch im Wald wichtig. Kommt jemand entgegen, können wir auch mal für einen kurzen Moment hintereinander laufen.

Wir gehen nicht auf Hochsitze! Wenn ich mir den ein oder anderen so anschaue, möchte ich das auch gar nicht.

Wir pflücken Blumen, Pilze, Beere etc. nur in „Handstraußgröße“! In Nationalparks dürfen wir übrigens gar nichts aus dem Wald entnehmen.

„Wir müssen mal“! Ja, das kann vorkommen und ist völlig normal. Es gibt ein paar Dinge, die Du dabei RICHTIG machen kannst.

  • Verrichte Dein Geschäft abseits vom Wegesrand
  • Taschentücher oder Toilettenpapier benötigt man auch beim kleinen Geschäft nicht unbedingt. Falls doch, packe es anschließend in Deine Mülltüte und hinterlasse es bitte NICHT in der Natur!
  • Setze oder stelle Dich bitte nicht gleich hinter die Pausenhütte. Den Geruch magst Du ja sicherlich auch nicht bei Deiner wohl verdienten Pause.

Wir setzen uns nicht auf Holzstapel! Denn da besteht wirklich Lebensgefahr. Wenn die tonnenschweren Stämme ins Rutschen kommen…ich mag es mir gar nicht vorstellen.

Im Notfall

Bei Unfällen im Wald ist schnelle Hilfe dringend notwendig. Mit dem Handy ist das Absetzen eines Notrufes meist leicht. Aber wo genau befinde ich mich eigentlich? Damit möglichst schnell geholfen werden kann, treffen sich die Rettungskräfte an gut erreichbaren Standorten. Diese sind sogenannte Rettungspunkte. Grüne Schilder mit einem weißen Kreuz zeigen sie an. Jedes Schild hat eine eigene Kennung, die ihr im Notfall angeben könnt. Achtet bei Eurem nächsten Waldbesuch doch einfach mal darauf.

Auch wenn ich hoffe, dass wir sie niemals brauchen!

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